KLAUS FUSSMANN


Lebenslauf & Werk


  • Klaus Fußmann wurde 1938 in Velbert (Rheinland) geboren.
  • Von 1957 bis 1961 unternahm er verschiedene Studien an der Folkwang-Schule in Essen.
  • Von 1962 bis 1966 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.
  • Er erhielt u.a. 1972 den Preis der Böttcherstraße in Bremen und den Preis der Villa Romana in Florenz.
  • 1974 übernahm er eine Professur an der Hochschule der Künste in Berlin.
  • 1979 erhielt er den Preis der Stadt Darmstadt.
  • Er ist seit 1989 Mitglied der Freien Akademie Hamburg und hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
  • Er lebt in Berlin und in Gelting (Schleswig-Holstein).

 

In den ersten Jahren von Fußmanns künstlerischer Tätigkeit dominierte das Thema Berlin, vor allem in seiner Grafik. So gab er 1974 eine große Mappe und 1988 die große Folge "Druckpunkt" dazu heraus. Doch die neuere Grafik, die überwiegend in Gelting entstand, hat Landschaften und die dort wachsenden Blumen im Wechsel der Jahreszeiten zum Inhalt.

 

Klaus Fußmann verbringt in Gelting den größeren Teil des Jahres, dort, wo schon Erich Heckel, Emil Nolde oder auch Karl Schmidt-Rottluff häufig die Sommerzeit verbrachten. Damals hatte sich in der Region regelrecht ein Schwerpunkt des deutschen Expressionismus herausgebildet. Und dies bedeu­tet für Fußmann wiederum Anregung. Er kennt die Eigenart der Plätze, an denen die Maler der "Brücke" arbeiteten, nur zu genau.

 

Landschaftsdarstellungen, wie etwa das gelbe Land der Rapsfelder, wurden für Fußmann in den letz­ten Jahren immer mehr zu einem bedeutenden Thema, insbesondere in der Druckgrafik. Die wichtig­sten druckgrafischen Techniken in Fußmanns Werk sind wohl neben den Radierungen vor allem auch die Linolschnitte. Der pastose, malerische Druck, der Fußmanns Linolschnitt kennzeichnet und von allen bisher bekannten Anwendungen dieser Technik unterscheidet, erlaubt es, beispielsweise das Gelb der Rapsfelder materiell und immateriell zugleich vor Augen zu stellen, als Licht und als hapti­sche Plastizität, in suggestiver Naturnähe und naturgegebener Abstraktion.

 

Blumenbilder wurden in der letzten Zeit in Fußmanns Werk immer häufiger als in den vorangegange­nen Jahrzehnten. Für ihn ist es die Darstellung des Vergänglichen und des Jahreszeitenwechsels. Seine Blätter umfassen von der Tulpe, dem Mohn über die Marguerite bis zur Rose und dem Ver­gißmeinnicht nahezu alle Blumen, dies entweder in Einzeldarstellungen oder als ganzer Reichtum des Gartens vereint in einer Grafik. Dabei geht es ihm aber nicht um die Darstellung im botanischen Sinne, sondern ihre Form ist mehr aus ihrer Wachstumsstruktur heraus begriffen, ihr Blühen ist das Wesen von Farbe, als eine Erscheinungsart aus Licht und Materie.

 

Obwohl Fußmann seine Blumen -wie die anderen Themen seiner Grafik- auch in Gemälden und Aquarellen darstellt, besitzen diese Blätter einen ausgesprochenen grafischen Charakter, unverwech­selbar in den favorisierten Medien Radierung und Linolschnitt. Die Leichtigkeit des Aquarells wird in die Tiefdruck-Blätter, das Pastose der Gouache in die Hochdruck-Blätter adäquat übersetzt, ohne daß je der Eindruck entsteht, es sei Malerei reproduziert worden. Die Übersetzung gelingt vollkom­men, weil jedes Motiv dem Medium entsprechend verstanden und dargestellt wird. Dabei genügen Fußmann in der Radierung wie im Linolschnitt meist nur wenige Platten als Träger von zehn bis manchmal sogar vierzig Farben. Doch im allgemeinen ist die Anzahl der Farben geringer als es auf den ersten Blick scheint: Sie sind sich gegenseitig steigernd eingesetzt, erscheinen uns dadurch rei­cher als ihre meist geringe Zahl vermuten läßt.