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WINTERLICH(T) - Vom äußeren und inneren Licht


In diesem Winter wird das äußere Licht allerorts minimiert, reduziert, wenn nicht gar eingespart. Die Jahre des maßlosen Licht- bzw. Energiekonsums sind vorbei. Doch wie schön, dass es die Kunst gibt! Vielleicht lernen wir ja wieder nach innen zu schauen… Ohne Umwege erreicht so manches Kunstwerk - völlig überraschend - unser Unterbewusstsein und bringt unser inneres Leuchten hervor. Pablo Picasso formulierte es einst wie folgt: "Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können." Und dieses Vermögen trifft auch auf die Künstler der Galerie Kley zu. Die Darstellung von Licht und Schatten, das Nachahmen der Leuchtkraft unserer Gestirne, religiöses-spirituelles Licht oder aber mythisch anmutende Darstellungen – Das Licht spielt seit jeher eine bedeutsame Rolle in der Kunstgeschichte. Ob bei der sanften Verwendung des Lichts wie bei Leonardo (sfumato) oder der Hell-Dunkel-, der sog. Chiaroscuro-Technik, von Caravaggio, Goya oder Rembrandt. 

 

In unserer Winter-Ausstellung beleuchten wir das Thema Licht von drei Seiten:

 

Auf der einen Seite entdeckt der Galerie-Besucher z. B. Objekte, welche mithilfe eines Leuchtmittels ein sichtbares Licht mit durchdringender Wirkung erzeugen. Auffällig leuchten draußen neben dem Eingang die Lichtringe des Soester Künstlers Richard Cox. Im Kaminzimmer erstrahlen die neuen RecyKlings von Christiane Kling, einer weiteren Soester Künstlerin. Jedes einzelne Objekt ist aus recycelten Materialien gearbeitet und mit individuell programmierbarer LED-Beleuchtung versehen. Die Wirkung durch die jeweilige sich ändernde Lichtstimmung ist unglaublich faszinierend. Ebenso von Hand gefertigt sind die außergewöhnlichen Teelichter der Hammer Künstlerin Andrea Peckedrath. Ihre Häuser aus gebranntem Ton laden dazu ein, sich auszumalen, wie warm und gemütlich es dort drinnen wohl sein mag. Besondere Leucht- und Leichtigkeitsobjekte sind die beiden Objekte der Krefelderin Monika Nelles, humorvoll betitelt mit „Goldstück“ und „Erhellungsobjekt“. Erhellt wird dabei nicht nur das Dunkel, sondern auch das eigene Gemüt. Auch ein Eislöffel und ein Kuchentablett können dabei wunderbare Hilfsmittel sein.

 

Auf einer zweiten Seite stehen Kunstwerke, die durch ihr Motiv, ihre Farben und Leuchtkraft ein aus der Leinwand herausstrahlendes Licht zum Vorschein bringen. Ulla Höpken mit ihren fantasievollen, märchenhaften Wesen und der lichtdurchfluteten Farbigkeit. Ralph Herrmann mit einem Himmel, der nur so strahlt und zeigt, dass die Natur die schönsten Farben hervorbringt. Mit dem natürlichen Licht spielt auch Klaus Trawny aus Senden. In seinen Radierungen fängt er gekonnt das Phänomen des „Wetterleuchtens“ ein sowie die geheimnisvolle Zeit der blauen Stunde, die Dämmerung. Bettina Köppeler aus Dortmund hingegen zieht es in die Nacht. Ihr Bild „Refugium“ lässt nur noch wenig Licht zu und trotzdem fühlt man sich wohl behütet. Hätte man freie Sicht auf den Himmel, dann würde man sehen, wie Michael Buthe Sterne vom mondbeschienenen Nachthimmel hinabregnen lässt. Auch manche Skulptur thematisiert das Licht ganz unmittelbar, z. B. „Licht und Schatten“ von Andrea Wichmann Herrmann oder die "Sonnenfrau" und die "Mondfrau" des Dortmunder Bildhauers Bernd Moenikes bzw. seine "Sonnen-" und "Mondkinder" aus zum Teil polierter Bronze, welche das reale Licht zusätzlich reflektieren. Das Licht gewissermaßen durchscheinen lässt Moenikes zarter "Kopf" aus Alabaster. Ein Spiel mit Hell-Dunkel-Kontrasten, gepaart mit einer Leichtigkeit des Seins, erlauben sich die Papiercollagen von Ina Jenzelewski aus Hamm. So gibt es sowohl eine helle und eine dunkle Krinoline als auch ein weiteres zartes Papierobjekt, das schlicht mit „Schwarzgrün“ betitelt ist. Den Hell-Dunkel-Effekt machen sich auch die sog. Cyanotypien (Eisenblaudrucke) von Barbara Maria Althoff aus Köln zunutze. Sie wirken fast winterlich mit ihren in dunklem Blau und Weiß gehaltenen Pflanzenmotiven, aber der Holunder blüht im Frühjahr, also schöpfen wir aus diesen wunderschönen Unikatdrucken die Hoffnung, dass es mit dem Kreislauf der Natur weitergeht. Winterlich wirken auch die kleinen Arbeiten von Alice Bialach. Andrea Peckedrath erzeugt mit ihren Meeresbildern, die in ein nahezu fahles Licht getaucht sind, eine ebenso leicht melancholische, sehnsuchtsvolle Stimmung, wie die inhaltlich stark zurückgenommenen, seidig wirkenden Holzschnitte von Antje Wichtrey. Dies gilt natürlich auch für unser Titelbild „Winter“ von Heinz Trökes, dessen anmutiges Ölgemälde mit zarten Farben eine Sehnsucht in uns hervorholen will.

 

Und damit kommen wir zu einer dritten Seite des Lichts. Diese wird beleuchtet von Bildern und Objekten, welche durch ihren besonderen Ausdruck, die Ästhetik und Lebendigkeit ein inneres Licht erzeugen. In fröhlichen Farben und schwingenden Formen begegnen uns dazu Stahl-Figuren von Richard Cox. Green Goblin, Yellow Duckie oder Blue Bertie strahlen wie Frohnaturen an und laden fast zum Tanzen ein. Vielleicht, weil sie die Musik zu den beiden leuchtenden Bildern "Summer Song 1 und 2" von Angelika Jelich im Ohr haben. Die Freude und Leidenschaft der Münsteraner Künstlerin beim Malen lassen sich anhand des pastosen Farbauftrags unmittelbar nachvollziehen. Ebenso positiv und lebensbejahend geben die Bilder des Österreichers Klaus Brandner Auftrieb und bringen den Besucher zum Strahlen. Sein neuer Katalog ist zusammen mit der aktuellen Grafik „Höhenflug“ zu bestaunen und eignet sich hervorragend, um unter den Weihnachtsbaum gelegt zu werden. Ohne Licht würde das Material, mit dem H.D. Gölzenleuchter aus Bochum arbeitet, nicht wachsen und gedeihen. Seine Bilder sind, wie uns der Titel eines Holzschnittes mitteilt, aus dem Baum gewachsen. Das Ergebnis sind seltene Kombinationen aus Druckstock und Unikatdruck auf Leinwand mit maximal 2 Farben, sehr exklusiv. Frank Haase zeigt mit seinen Pixel-Portraits zwei ganz neue Arbeiten, deren erstaunliche Wirkung und Ausdrucksstärke den Betrachter innerlich zum Leuchten bringt. Dank des Künstler-Ehepaars Frauke und Dietmar Nowodworski bekommen wir immer wieder leuchtende Augen wegen ihres Ideenreichtums, der filigranen Finesse und des Blicks für das besondere Detail, das uns ihre ästhetischen Objekte bescheren.

 

Sei es das Darstellungsmedium, das Motiv oder aber die Technik – die Werke der 25 ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sind allesamt von großer Intensität! Die Galerie Kley lädt herzlich ein, mit Muße und ohne jegliche Ablenkung auf diese Werke zu schauen, die durch ihren Ausdruck, ihre Ästhetik und Lebendigkeit in diesen Zeiten wie regelrechte Lichtblicke erscheinen.

DAUERAUSSTELLUNG


In unserer Dauerausstellung im Obergeschoss der Galerie entdeckt der Besucher eine Vielzahl regional, national und international bekannter Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben Malereien, Zeichnungen, Aquarellen und Grafiken sind Fotografien, Skulpturen und Kunstobjekte ausgestellt. Auch unsere Dauerausstellung wird in regelmäßigen Abständen neu konzipiert und bestückt.