AKTUELLE AUSSTELLUNG


KLEY-LIGHT


Das Thema LICHTKUNST ist seit einigen Jahren immer mehr in den Fokus von Museen und Galerien gerückt. Viele Künstler haben sich hingegen schon recht früh mit diesem spannenden Ausdrucksmittel auseinandergesetzt. Als einer der wahren Lichtkunstpioniere gilt dabei Otto Piene der Gruppe ZERO. Die bei der Gruppe „ZERO“ vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung von Licht (und Schatten) sowie – für Piene – auch von Feuer. Piene entwarf unter Bezugnahme auf elementare Naturenergien Lichtballette und Rauchbilder. Außerdem schuf er aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung Luft- und Lichtskulpturen.

 

In dieser Ausstellung nun präsentieren wir 9 verschiedene Künstlerinnen und Künstler, die sich seit langem schon mit Lichtkunst beschäftigen bzw. bei denen die Lichtkunst fester Bestandteil ihres künstlerischen Repertoires ist.

Hans Geipel, 1927-2007, konstruierte in 30 Jahren rund 1200 kinetische Objekte aus den Grundformen Quadrat, Kreis und Rechteck. Metall, Licht, Spiegel und Computergrafiken sind sein Material. Sein Leitmotiv ist die der Bauhaus-Tradition verpflichtete Vorstellung, dass die Idee Klarheit gewinnen muss, ehe sie Form wird. Geipels Objekte nannte er selbst »Maschinen der Meditation«.

Barbara Althoff aus Köln. Das Plüschige ihrer Arbeiten hat es in sich, denn die Spiralen sind nicht nur vordergründig als ästhetische Formen zu verstehen, sondern gehen in die Tiefe dank einer weiteren Symbolebene. Entstanden aus der Auseinandersetzung mit dem Thema „Sucht“ ist die Spirale gleichzeitig ein Symbol für das "Hineingezogenwerden". Das kann sich auf die gerne bagatellisierten Süchte wie Kaffee, Kippen und Schokolade beziehen oder eben auf Alkohol und andere Drogen. In die Tiefe geht auch ihr Werk „Überunterwasser“. Schwämme und zweifarbig schimmernder Stoff bieten dem Betrachter in Kombination mit dem Licht ein Spiel mit der Dreidimensionalität.

Richard Cox aus Soest bringt mit seinen Black Boxes, Stripeys oder Ziggys strahlende Lichtobjekte in die Galerie. Seine Lichtobjekte sind klar, die Farben durchscheinend und anziehend, an ihnen geht kein Blick vorbei. Wollte man die Kunstgeschichte zu Rate ziehen, könnte man Anleihen beim so genannten Orphismus oder orphischen Kubismus nehmen, eine aus dem Kubismus entstandene Kunstrichtung, in der Farben sich als Simultankontraste überlappen und gegenseitig verstärken. Draußen zeigt uns Richard Cox mit der Waterlily und der Gartenfee, wie auch der Winebar und dem Flaschenbaum weitere Beispiele seiner guten Ideen.

Martin Jepps Fotografien, die wir im letzten Jahr erstmalig hier ausgestellt haben, erkennen Sie stets durch die malerische Unschärfe, die von einem einzigen scharfen Punkt aus startet. Diese Stimmungen eignen sich hervorragend als Basis für Lichtobjekte. Eine Kombination, die wir zusammen mit dem Künstler entwickelt haben.

Gerhard Zipp, Lichtdesigner aus Mönchengladbach begeistert vor allem mit seinen Glaslinsen. Spiegelungen, Reflexionen, das Durchscheinen und die Durchdringung von davor und dahinter sind hier dominant. Zum Nachlesen und Nachdenken regt seine Arbeit „monden“ an, die einen Bezug zu Rainer Maria Rilkes Gedicht nimmt.

Horst Relleckes Objekte sind nicht zwangsläufig auf Licht angewiesen, um als Kunstwerk in Erscheinung zu treten. In erster Linie sind sie Skulpturen bzw. 3D-Objekte, wo das Licht als 4. Dimension hinzukommt. Der Mutationsmeiler und natürlich der Rellecke-Elefant sind großartige Objekte. 

Angelika Jelich aus Münster überzeugte uns schon im Frühjahr mit ihren Werken in der Ausstellung „Does beauty make happy“. Sie nahm diese KLEY-LIGHT-Ausstellung zum Anlass, weitere Lightboxes zu entwickeln und entstanden sind fröhliche, freche Arbeiten mit positiv besetzten Aufforderungen wie „Light my fire“ bzw. “Love me tender“ oder eindeutige Botschaften wie „Happiness“ oder „Our dreams come true“, die uns sagen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Christiane Kling kombiniert Alltagsgegenstände bzw. z.B. Umverpackungen mit Licht und entwickelt daraus völlig interessante neue eigenständige Objekte, die sie vortrefflicherweise RecyKlings nennt. Ihre filigranen Mobiles, Fire and Water mit eigens hergestelltem Keramikfuß, beginnen ihre Rotation, sobald die Luft durch das warm werdende Leuchtmittel nach oben strömt. · Dasselbe Prinzip wird bei Kundalini sichtbar. Aus dem Sanskrit für Schlange, „Schlangenkraft“ bezeichnet eine in tantrischen Schriften beschriebene ätherische Kraft im Menschen. Der Glasaufbau ist in Hand- bzw. Mundarbeit entstanden, die Künstlerin konnte in der Glasbläserei dem Entstehungsprozess beiwohnen. 

Die Krefelder Künstlerin Monika Nelles fordert den Betrachter wieder einmal sehr stark heraus. Diesmal mit Eislöffeln. Ihr Kronleuchter „Zeitzeugen“ und auch die Objektkästen rücken quasi Belangloses, Wertloses in den Blick und verleihen den verwendeten Gegenständen eine Bedeutung, die sie normalerweise im Alltag nie erfahren würden. Da ist z. B. das „Goldstück“, ein mit Blattgold gestalteter Pflaumenkern oder das goldenen Kuchentablett, Dinge, denen Monika Nelles gerne zu neuer Wertigkeit verhilft.

Der Hammer Drechsel-Handwerker Hartmut Lobert begleitet die Ausstellung mit seinen wunderbaren Holzobjekten, bei denen es sich um ausgefallene Modelle aus Eiche, Buche, Esche und vielen anderen Hölzern handelt.

 

Ausstellungsdauer: 30.11.2018 - 10. März 2019

Dauerausstellung


In unserer Dauerausstellung im Obergeschoss der Galerie endeckt der Besucher eine Vielzahl reginal, national und international bekannter Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben Malereien, Zeichnungen, Aquarellen und Grafiken sind Fotografien, Skulpturen und Kunstobjekte ausgestellt. Auch unsere Dauerausstellung wird in regelmäßigen Abständen neu konzipiert und bestückt.