SALVO PASTORELLO - VOM REISEN UND MALEN

 

Als Reisender pendelt der Italiener Salvo Pastorello zwischen Europa und Asien, als Maler in seinen großformatigen Bildern zwischen Abstraktion und Figuration. Alltagsgegenstände, stilisierte Figuren und eine bewusste Farbgebung werden zu Symbolen, die von seinen zahlreichen Begegnungen mit den unterschiedlichen Kulturen erzählen.


Salvo Pastorello 160 x 200 cm
Öl auf Leinwand, 160 x 200 cm

Salvo Pastorello liebt es zu reisen. So lebte er einige Jahre auf Bora Bora, bereiste viele Länder innerhalb und außerhalb Europas und pendelt nun seit mittlerweile fünf Jahren zwischen Italien und seiner zweiten Wahlheimat Shanghai hin und her. Seine Reisen sind jedoch nicht die eines gewöhnlichen Touristen, sondern weisen eine eher anthropologische Herangehensweise und ein Einfühlungsvermögen auf, das ihn befähigt, auf eine andere Kultur intensiv einzugehen, ohne dabei seine eigene Identität und seine Rolle als Künstler zu vergessen.

 

Pastorellos Werk ist geprägt von diesem Interesse an Traditionen und Gebräuchen ferner Länder. Es beruht auf seinen Lebenserfahrungen sowie unerwarteten Begegnungen mit Menschen und reflektiert all jene Themen, welche die heutige Gesellschaft hautnah berühren (z.B. Ernährung, Nachrichten, Gefühle). Der Künstler verarbeitet das Gesehene und gibt seine subjektiven Eindrücke bzw. die damit verbundenen Emotionen wieder. Er selbst sagt dazu: „Ich versuche, nicht das wiederzugeben, was ich sehe, sondern was ich fühle; das, was in mir keimt, nachdem ich es gesehen, erfahren, erlebt habe.“

 

Die Menschen, die er malt,  erscheinen dabei überwiegend als stilisierte Figuren ohne Gesichtszüge, besondere Merkmale oder einen bestimmten Ausdruck. Oft wandern sie umher in einem unbestimmten Raum ohne Ziel oder Bezug zur Realität. Ebenso wie bestimmte Gegenstände dienen sie als Symbole der verschiedenen Kulturen - als Bindeglieder und Spuren zwischen ihrer und Pastorellos Welt, die zwar verschieden, aber im Verständnis des Künstlers untrennbar miteinander verbunden sind.

 

Auch der scheinbar zufällige Gebrauch der Farbe hat eine tiefergehende Bedeutung. Pastorello wählt als Grundierung oft neutrale Farbtöne, basierend auf seiner Verbundenheit zur Natur und seinem Konzept des einfachen Lebens. Andere, kräftige Farben haben ebenfalls ihre verborgene Bedeutung. So kann ein tiefes Blau einen bestimmten Nachthimmel in einem fernen Land wiedergeben, an den sich der Künstler beim Malen plötzlich erinnert fühlt.

 

Seine Leidenschaft für die fernöstliche Philosophie findet sich in den aktuellen Werken wieder, z.B. in Form von Reispapier als Malgrund auf der Leinwand, impulsiven und kalligrafisch anmutenden Pinselstrichen sowie stilisierten Schriftzeichen und Stempeln.

Figuren, Objekte, Spuren, Symbole, alle Einzelheiten auf der Leinwand wirken zwar wie „Frammenti“ (Fragmente) - nicht umsonst ein häufig gewählter Titel in Pastorellos Werk -, aber zusammen bilden sie ein untrennbares Geflecht aus Erinnerungen und Erfahrungen eines Reisenden und Malers, der mit einer Vielfalt an Formen und Farben von der Einheit der Kulturen und Nationen erzählt, stets in der Hoffnung auf eine geeinte Welt der Gleichheit, Freiheit und Zusammenarbeit.