BERND MOENIKES


Bernd Moenikes, Paar, Eiche

BERND MOENIKES

 

Gedichte von der Kettensäge, Marmorkabinett

und grafischer Bilderbogen

 

Der Bildhauer Bernd Moenikes ist weit über Dortmunds Grenzen u. a. durch monumentale Holzarbeiten im öffentlichen Raum bekannt. Darüber hinaus steht er für poetische Skulpturen, die oftmals Holz, Stein und Bronze vereinen. Und als Grafiker schlägt er eine Brücke vom Skulpturalen zu Holz- und Steindrucken, denen bildhauerisch bearbeitete Druckstöcke zugrunde liegen.


Ausstellungsdauer:

31. Mai - 23. August 2015

 

Zur Ausstellung ist der neue Katalog

von Bernd Moenikes bei uns erhältlich.

 

Für Bernd Moenikes steht die menschliche Figur im Fokus seines Schaffens. Ob in der Konzentration auf einzelne Körperteile wie Kopf, Fuß, Hand oder als Ganzfigur, der Künstler untersucht den Menschen in seinem Dasein und Wirken. Er entwirft körperliche Fragmente und rudimentäre Gestalten in vereinfachter Formensprache und stellt alltägliche, gar globale Probleme dar. Aufmerksam verfolgt er den Umgang des Menschen mit seiner Umwelt und sägt seine Sichtweise mit Vorliebe in Eichenholz, aber auch in Kombination mit anderen Hölzern oder Materialien wie Bronze oder Marmor haucht er seinen Figuren ein durchaus hintergründig humorvolles Leben ein. Ohne den pädagogischen Zeigefinger zu erheben, hält der Künstler der Realität den Spiegel vor und betrachtet den Menschen in seiner konkreten Wirklichkeit, die geprägt ist von der fortschreitenden Zerstörung seiner Ressourcen durch ihn selbst. Konsequenterweise nutzt er für seine Kunst nur Rest- oder Bruchholz , das er mit kraftvollen, expressiven Schnitten bearbeitet. Die Kettensäge, die sonst als Instrument der Zerstörung dient, bietet ihm die Möglichkeit, sich schöpferisch auszudrücken.


Bernd Moenikes drückt sich ebenso in der Zweidimensionalität des Grafikers aus. Seine Holz- und Steindrucke begeistern durch ihre Unmittelbarkeit, klare Linien und die Spuren ihres Schaffensprozesses. Nur wenige Umrisslinien und Binnenzeichnungenwerden auf  das Papier gesetzt, bewusst verzichtet der Künstler auf Perspektive. Beeindruckend sind daher auch die dazugehörigen Druckstöcke.

 

Der 1955 in Gelsenkirchen geborene Künstler studierte Sonderpädagogik und Kunst an der PH Dortmund, bevor er 1980 eine Ausbildung zum Steinbildhauer absolvierte. Weitere Stationen in seinem künstlerischen Werdegang waren die Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund, die Promotion im Bereich Museumspädagogik sowie die Gründung der Künstlergruppe MAP. Bei mehreren Studienaufenthalten in Tansania arbeitete er mit tansanischen Künstlern zusammen. Darüber hinaus hat er Performances für Kettensäge und Musiker organisiert sowie zahlreiche Umwelt-Projekte realisiert, u.a. mit dem BUND.

 

In unserer Ausstellung zeigen wir aktuelle Skulpturen aus Holz, Bronze, Marmor und sogar Kork sowie grafische Arbeiten von den 1990er Jahren bis 2015.

 

Lebenslauf:

1955                in Gelsenkirchen geboren

1975-80          Studium PH/Universität Dortmund,

     Sonderpädagogik und Kunst;

1980                Diplom in Erziehungswissenschaften

1981                1. Staatsexamen für das Lehramt

                         an Sonderschulen mit dem Wahlfach

                   Kunst

1981-82          Ausbildung im Steinmetz- 

     Steinbildhauerhandwerk;  

     Gesellenprüfung

1982-83          Leiter der „Galerie junger Kunst“

                         der Stadt  Schwerte;

                         Kunstredakteur der Zeitschrift

                        „Guckloch“ (später „Prinz“)

1983-84          Wissenschaftlicher Mitarbeiter des

                         Museums für Kunst- und

                         Kulturgeschichte der Stadt Dortmund

1984-86          Erste bildhauerische Auftragsproduktionen

1984               Gründung der Künstlergruppe MAP; Zahlreiche Kunst-Umwelt-Aktionen 

1986                2. Staatsexamen; Promotion in Museumspädagogik

1987/88          Auszeichnung der Künstlergruppe MAP durch den nationalen Ausschuss des

                         Europäischen  Umweltjahres für die Produktion „Artimation des Waldes“, ein

                         Multi-Media-Projekt, in versch. Städten in NRW aufgeführt.

1988/89/90     Studienaufenthalte in Tanzania; Zusammenarbeit mit tanzanischen Künstlern

ab 1991          Performances für Kettensäge und Musiker

     Organisation von Ausstellungen, z.B.

1992                „Regenwald“

1993                „Alte Künstler sehen Europa“

1990-94          Projekt „100 Bäume für den Regenwald“

1995-96          Projekte „Greenart“ und

1996-2000     „Zukunftswald 2000“ mit dem Bund  für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

2001/2002     Ausgewähltes Projekt „THING (K)“ beim Jugendkulturpreis NRW:

                         Denkmal für Jugendliche in 5 Städten in NRW; Projekt „Wildnis in Deutschland“ mit dem Bund

2003                Leiter der Franziskus-Schule; Förderpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für  

                        die Arbeit im Bereich Kunst und Umwelt

                        - Nominiert für den ZDF-Preis muna 2003 für den Bereich Kunst, Innovation,

                         Umwelt

2002-2004     Projekt „Grünes Band“ mit dem BUND

2005                Skulpturenweg „Spiele mit den Sinnen“ im Blücherpark, Dortmund;

                         Platzgestaltung „Die Vögel“ in Münster-Hiltrup; Performance „Lieder für den

                         Feuerbaum“ für Kettensägen, Elektroaxt und 4 Musiker, Lamberti-Kirchplatz,

                         Museumsnacht Münster

2006                1. Preis im URBAN II – Wettbewerb der Stadt Dortmund für das Projekt

                        „Route des Sports“

2007                5 Großskulpturen im Schlosspark Aplerbeck;

7 Großskulpturen für die Firma Hülsta in Stadtlohn

2008                4 Großskulpturen im Union-Gewerbehof, Dortmund;

Großskulptur auf dem Friedhof in Wiedenbrück

2009                Großskulptur in Kamen

                         Gestaltung der 3 Preise „Demokratie im Betrieb“ der Organisation „Arbeit und  Leben“

                         des DGB/VHS Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

2009/2010      Projekt „Kyrill“ (Hochsauerland)

2010                2. Preis „Kunst in der Höhle“, Ennepetal

2011                2. Preis Jahresausstellung Kunstverein Dornum

Ökumenisches Skulpturenprojekt „Kaisereiche“, Dortmund

2012                Großes Pferd, Reitanlage Unna Massen, Autobahnkreuz A44/A1

2013                Großer Springer, Skulptur für den Essener-Ruhr-Skulpturenweg

 

Zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum

Ausstellungen im In- und Ausland

 

Arbeiten von Bernd Moenikes sind ständig in der Galerie Kley ausgestellt.