FALKO BEHRENDT


Lebenslauf


  • 1951 geboren am 11. Mai in Torgelow, Mecklenburg-Vorpommern
  • 1970 Abitur
  • 1971-1975 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Günter Horlbeck und Prof. Gerhard Kettner
  • 1975 Diplom als Maler und Grafiker
  • 1975-1990 freischaffend in Neubrandenburg tätig
  • 1977-1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR
  • 1978 Preisträger „Junge Künstler der DDR“, Frankfurt/O.
  • 1979/81 Studienreisen nach Beirut/Libanon
  • 1980/1983 Preisträger des Staatlichen Kunsthandels „100 ausgewählte Grafiken“ (Förderpreis)
  • 1980 Studienreise nach Wien/Österreich
  • 1982 Beginn der Beschäftigung mit dem Thema „Photografie in der Grafik“
  • 1983 Herausgabe des Grafik-Künstlerbuches „Ich/Ich: ein Buch gegen die Bescheidenheit“ mit Otto Sander
  • 1987 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Drucker Thomas Rauch
  • 1990 Stipendium der Dr.-Hans-Hoch-Stiftung, Neumünster; Beginn der Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Lübeck
  • 1991 Umzug nach Lübeck; Stipendium der Kulturstiftung Nordrhein-Westfalen in der Druckerei Kätelhön/Wamel; seitdem regelmäßige Arbeitaufenthalte in Wamel; Grafikpreis des Mainzer Kunstvereins
  • 1994 Beginn der Zusammenarbeit mit der Siebdruckwerkstatt Ulrich Grimm in Magdeburg
  • 1996 Beginn der Zusammenarbeit mit Feliks Büttner in der Tinsdaler Steindruckerei, Hamburg-Rissen
  • 1997 Arbeitsaufenthalt in Kopenhagen
  • 1998 Einrichtung eines Ateliers im Haus der Druckerei Kätelhön in Wamel; Arbeitsaufenthalt in Ligurien/Italien
  • 1999 Arbeitsaufenthalt in Kopenhagen
  • 2000 Arbeitsaufenthalt in Cinque Terre/Italien

Falko Behrendt lebt und arbeitet in Groß Gerau bei Lübeck

 

 

Ausstellungen (Auswahl)

  • seit 1977 Kunstausstellungen der DDR in Dresden
  • seit 1978 Ausgewählte Grafiken der DDR
  • 1981 1. Triennale europea dell´incisione, Grado/Italien; Internat. Grafik Biennale, Ljubljana/Jugoslawien
  • 1983 Premio Internazionale Biella per l´incisione, Biella/Italien; 10. Biennale der Ostseeländer, Rostock
  • 1984 Internat. Grafik Biennale, Krakow/Polen; Internat. Triennale engagierter Grafik, Berlin
  • 1985 Internat. Triennale der Kunst "Gegen den Krieg", Majdanek/Polen (Medaille)
  • 1986 INTERGRAFIA; Katowice/Polen; Internat. Grafik Biennale, Krakow/Polen
  • 1987 8. Internat. Grafik Triennale, Havanna/Kuba; Premio Internazionale Biella per l´incisione, Biella/Italien; Internat. Grafik Biennale, Ljubljana/Jugoslawien; Internat. Triennale engagierter Grafik, Berlin
  • 1988 5. Internat. Grafikausstellung, Catania/Italien; Internat. Grafik Biennale, Krakow/Polen
  • 1989 1. Internat. Biennale für Druckgrafik, Bharat Bhavan/Indien
  • 1990 9. Internat. Grafik Triennale, Frechen/Deutschland; The 15th Internat. Independant Exhibition, Kanawa/Japan; Premio Internazionale Biella per l´incisione, Biella/Italien
  • 1992 Tokyo Internat. Art Show
  • 1992 Internationale Grafik Biennale, Saporo/Japan
  • 1993 Galerie Kley, Hamm
  • 1995 Galerie Kley, Hamm
  • 2001 Kulturforum Burgkloster, Lübeck; Galerie Rothamel, Jena
  • 2005 Galerie Kley, Hamm

Werk


Falko Behrendt erweist sich als Erzähler zahlloser vereinzelter Geschehnisse. In seinen Radierungen und Lithografien verliert sich das Auge des Betrachters in den minutiös zur Darstellung gebrachten Figuren und Bilderfindungen. Innerhalb der großformatigen Flächen wimmelt es von zart geführten Linien und Strichen, die sich bei genauer Betrachtung zu identifizierbaren Motiven strukturieren. Konturzeichnungen lassen Häuser erkennbar werden, die Vielzahl der Häuser ganze Städte und Stadtlandschaften, die ihrerseits von beinahe surrealen Wesen durchsetzt sind. Wenn­gleich es sich in den Bildern um Motive handelt, die der sichtbaren Wirklichkeit entlehnt sind, so sind sie jedoch ohne Berücksichtigung perspektivischer Gesetze in die Bildfläche projiziert. Es gibt keinen Fluchtpunkt innerhalb der miniaturistischen Architektur, die Landschaft baut sich von unten nach oben auf und erstreckt sich gleichmäßig über die Druckplatte. In der großformatigen Bildflä­che erscheint das Erzählte als ein Nebeneinander der Motive und als Gleichzeitigkeit der Erzäh­lungen.

 

Falko Behrendt vermeidet jede Perspektivität, was den Eindruck einer gleichmäßig und szenisch sich ausbreitenden Fläche steigert. Szenen und Motive besitzen den Ausdruck des Skurrilen, Figu­ren werden zur Karikatur verzehrt, die Landschaft beschreibt eine eigen-gesetzliche Morphologie, bestehend aus kleinteiligen Strukturen. Manche Radierungen sind farbig unterlegt bzw. über­druckt, dabei wahrt die Tonigkeit der Farben den Eindruck der Wärme. Falko Behrendt nutzt die großformatige Bildfläche im Sinne einer mittelalterlichen Simultanbühne. Figuren und Gegen­stände sind als Umrißzeichnungen angelegt, so daß eine gitterartige Struktur entsteht, alles scheint ineinander verwoben, und eben dieser Effekt verleiht den Werken ihren grafischen Charakter.