AKTUELLE AUSSTELLUNG


Ab in die Tonne? Mitnichten – Aus alt mach Kunst lautet die Devise unserer neuen Ausstellung „Reduce, Reuse, Recycle“ in und vor der Galerie Kley. Ob Plastiktüten, Schläuche, Holz, Tuche, Verpackungen, Elektronik, Nippes, Andenken, Gartenzwergen, Zigarettenautomaten, Brillen, Eisstiele oder LKW-Planen, handbemalte Mund-Nasenschutz-Unikate, RecyKlings und Recycling-Strudel, Wasserfälle aus Verpackungsmaterialien, Objekte aus Gummi, die Corona-Göttin, bewegte und bewegende Objekte rätselhafter oder offensichtlicher Herkunft, Kunst mit Schwämmen, Klopapier und -rollen, hölzernen Eisstielen oder Treibholz, Elbesand und Pferdehaar, echten Glasaugen, Wolle und Spiralen oder Pappresten – Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler von Hamm bis Kanada zeigen, wie alte und für tot erklärte Gebrauchsgegenstände mit viel Kreativität zu neuem Leben erweckt werden können. Entstanden sind ungewöhnliche Kunstobjekte von eigener Ästhetik, die sowohl im Galeriegebäude als auch auf unserem Betriebsgelände ihre neue Wertigkeit zur Schau stellen.

 

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

 

Patrizia Casagranda (Krefeld), Frauke & Dietmar Nowodworski (Unna), Frank Haase (Iserlohn), Angelika Jelich (Münster), Christiane Kling (Soest), Gesine & Martin Lersch (Goch), Horst G. Loewel (British Columbia), Gerhard Losemann (Duisburg), Bernd Moenikes (Dortmund), Monika Nelles (Krefeld), Horst Rellecke (Möhnesee), Brigitte Riechelmann (Gevelsberg) und Günter Rückert (Dortmund) sowie die Hammer Künstler Anna Bakow, Heide Drever, Heinz Feußner, Oliver Fromm, Christel Gottenströter, Gerti Hauptführer, Ina Jenzelewski, Nelli Lips und Andrea Peckedrath nehmen teil.

 

Stichworte wie russische Bonbons, „um den Korb gewickelt“, ein bisschen Glitzer und ein altbekanntes Werkstatt-Tor wecken die Neugier.

Das Programm der über 75 Exponate ist umfang- und abwechslungsreich und bietet jedem Besucher etwas, sei es dem Kunstversierten, dem Technik-Interessierten, dem Nostalgiker und Romantiker, dem Gesundheitsfreak, dem Musikliebhaber, dem Klimaschützer, dem Traumtänzer oder dem Sensibilisierten. Denn es geht nicht nur um ein fröhlich-freches Upcycling bzw. eine kreative Wiederverwertung alter Materialien, in dem Wort Verwertung steckt auch der Begriff WERT. Und was ist der MEHR-Wert dieser Ausstellung? Back to basics, die (Rück-) Besinnung auf das Wesentliche, die Hinterfragung des eigenen Konsumverhaltens, das Erkennen des Kreislaufs der Natur, das Innehalten gerade jetzt in der Zeit dieser um sich greifenden Corona-Pandemie, wodurch inzwischen jedem Einzelnen deutlich geworden sein muss, dass wir alle Teil einer vernetzten, aber sehr fragilen Welt-Gemeinschaft sind. Trotz dieser Erkenntnis wird der Zeigefinger nicht erhoben - allemal zeigt er auf sich selbst - ansonsten ist diese Ausstellung mitgeprägt von vorder- und hintergründigem Humor und Hoffnung.

 

Und darüber hinaus ist Katrin Kley sich sicher: „Kunst ist systemrelevant. Diese Krise kann auch mit Hilfe der Kunst besser bewältigt und ein Umdenken vielleicht jetzt einfacher vollzogen werden. Der künstlerische Umgang mit den Ressourcen bringt auf spielerische, zum Teil sogar sehr humorvolle Weise den Wandel im Tun und Denken, ohne moralisierend zu sein. Die künstlerische Betrachtungsweise, die Neues erschafft aus alten Materialien, eröffnet uns allen viele neue Türen. Recycling ist ein Zeichen von Cleverness und nicht von Mangel.“

 

Ausstellungsdauer: 20. Juni – 6. September 2020

Wir möchten uns ganz herzlich bei all den kreativen Köpfen bedanken, die an unserem Eröffnungswochenende tolle Kunst-Aktionen darboten.


Am Samstag, den 20.06.2020, hatte sich auf unsere Einladung hin das Team von Ehrenamtlichen Reparateuren des Hammer Repaircafés bereit erklärt, im Rahmen unserer Ausstellung erstmals seit Corona wieder aktiv zu werden. Dafür sagen wir herzlichen Dank auch an die Unterstützenden im Hintergrund des Hammer Forums für Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE). In der Werkstatt der Firma Kley wurden defekte Elektrogeräte repariert. Mit gebührendem Abstand zu den Reparateuren und ihren Klienten konnten sich die Besucher anschauen, was alles bald wieder funktioniert, wenn man ein loses Kabel geflickt oder einen Stecker ausgetauscht hat. Manchmal war es auch kniffeliger, aber die Reparateure gaben so schnell nicht auf, ihre Erfolgsquote liegt immerhin bei rund 70 %.  Das Repaircafé findet sonst im Haus des CVJM statt und zwar jeden 3. Samstag im Monat von 10.00 bis 13.00 Uhr.

Im Zusammenhang mit dem Repaircafé durften wir außerdem El Almani Yassine (Hamm/Marokko) vorstellen, der wiederum seine Kunstwerke unter dem Titel „Das zweite Leben des Metallschrotts“ vorstellte. Es handelte sich dabei um ausgediente doch funktionstüchtige Schreibtischlampen, die zu charmant-kuriosen Gestalten wie Tauchern, Fotografen, Gärtnern und anderen Transformern geworden sind. Auch dies geschah in Kooperation mit FUgE Hamm.

Ebenfalls früh angereist war am Samstag Morgen Patrizia Casagranda, um ihre großartigen Bilder zu bringen. Die Krefelder Künstlerin erzählte den Besuchern von ihrer UrbanArt sowie ihrem ungewöhnlichen Kunst-Projekt in Kooperation mit indischen Müllsammlerinnen.

Die Hammer Fabulierkünstlerin Tanja Schreiber trat mit ihrem Erzähltheater FabulART auf dem Platz unseres Betriebshofes in Erscheinung. Die Besucher durften sich auf die wunderbare Erzählkunst passend zum Ausstellungsthema freuen.

Bei einem Workshop am Samstagnachmittag zeigte Henrike Mölleken, wie aus alten Fahrradschläuchen Fahrrad-Handyhalterungen kinderleicht hergestellt werden. Es dufte mitgebastelt werden und die Schablonen konnten unsere Besucher im Anschluss mit nach Hause nehmen.

 

Am Sonntag, den 21.06.2020, fertigte die Künstlerin Christiane Kling aus Soest ihre einzigartigen RecyKling-Mobilés aus Naturmaterialien und Fundstücken an.

Die ebenfalls in unserer Galerie mit Kunstwerken vertretenden Künstler Gesine Lersch-van-der-Grinten und Martin Lersch sorgten mit ihrer Musik-Performance NACHHALLIG für Staunen und Kunst für die Ohren. Als Instrumente dienten dem Duo Fundstücke vom Betriebsgelände, darunter Laubbesen, Metallrohre und ein knallroter Pylon. Ohne Generalprobe bot das gut harmonierende Künstlerpaar ein ungewöhnliches akustisches und optisches Erlebnis, die Firmenwerkstatt diente als Kulisse und Bühne mit ungeahnt guter Akustik.

 

Einige Besucher wurden auch bei den passend zum Thema ausgesuchten Büchern der Buchhandlung Holota fündig und ließen sich zu eigenen Upcycling-Kreationen inspirieren.

Der "Vater des Glaselefanten" Horst Rellecke trug am Sonntag Mittag unseren Besuchern seine neueste Kurzgeschichte zu seinem Triple-Recycling-Bild „Die vereiste Lotosblüte“ vor.  

 

Kunstgeschmack trifft Geschmackskunst  

Am Samstag und Sonntag wurden beim Live-Cooking mit Hamms Spitzenkoch Steffen Knobloch kulinarische Köstlichkeiten aus der Natur und aus geretteten Lebensmitteln plastikfrei serviert. Die Besucher konnten staunen, wie kreativ er und seine Frau Sonja sind, und gegen eine Spende selbst probieren, wie geschmackvoll das Ergebnis war. In Kooperation mit Foodsharing und der Hammer Tafel.

Am Sonntag backte zudem Petra Damberg frisches Fladenbrot und gesunde Brötchen auf ihrem genialen „Stein-Feuerkorb“.

 

Die Galerie Kley bedankt sich bei allen Teilnehmern für ein wirklich gelungenes Eröffnungswochenende!

Dauerausstellung


In unserer Dauerausstellung im Obergeschoss der Galerie endeckt der Besucher eine Vielzahl reginal, national und international bekannter Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben Malereien, Zeichnungen, Aquarellen und Grafiken sind Fotografien, Skulpturen und Kunstobjekte ausgestellt. Auch unsere Dauerausstellung wird in regelmäßigen Abständen neu konzipiert und bestückt.